7 Tage zurück in Deutschland – Mein letzter Eintrag! 

Nun schaffe ich es endlich meinen letzten Eintrag dieses Blogs zu verfassen:

Seit einer Woche bin ich nun wieder in Deutschland und es fühlt sich vieles schon wieder normal an. Auch wenn ich immer noch erstaunt bin, wie viel Wasser aus dem Duschkopf kommt, wie modern die ganzen Autos und der Straßenverkehr ist und das ich Wasser einfach aus der Leitung trinken kann. Außerdem habe ich Käse, Jogurt und Nudeln al dente schon im Überfluss gegessen und vor allem sehr genossen. Gerade bin ich in Leipzig um mir hier WG Zimmer anzuschauen, da ich ab Oktober nun Politikwissenschaften und Afrikanistik studieren will. Und gestern saß ich in der Bahn zufällig neben zwei Afrikanern und fragte mich, wo die wohl her sind, als sie plötzlich anfingen Kiswahili zu reden und sich heraus stellte, dass sie beide aus Tansania kamen. Wieder Kiswahili zu reden fühlte sich irgendwie schön an und es erinnerte mich wieder an Tansania und an die Dinge die ich vermisse, die ständige Lautstärke, viele Kinder, Unterhaltungen mit jedem auf der Straße und die große Freundlichkeit dabei und natürlich meine Gastfamilie und meine Mitfreiwilligen.

Im Zuge dessen möchte ich auch noch mal ein paar Worte über meinen Abschied loswerden. Wir verabschiedeten uns mit einer großen Feier an der Kiumako von ca. 100 Menschen, die wir in diesem Jahr kennen gelernt hatten und es kamen von der Marktverkäuferin, über den Pastor und den Piki-Fahrer und Schulleiter, alle möglichen verschiedenen Menschen. Außerdem wurden wir natürlich in all unseren fünf Grundschulen verabschiedet und neben Schülergesängen und Geschenken hielten wir immer noch kleine Reden. Unsere letzte große Verabschiedung war dann in der Kirche, wo wir unser selbstgeschriebenes tansanisches Lied vorsangen und damit viel Applaus ernteten. Der Abschied war schwer, aber ich weis ich werde eines Tages zurück kehren!

Abschließend möchte ich mich noch einmal bei eurer Unterstützung bedanken. Dieses Jahr war für mich eine unglaubliche Erfahrung, ob beim Unterrichten vor 60 Kindern, auf dem Pickup mit dem Rucksack auf dem Rücken mitten in Namibia oder beim Kochen bzw. Schneiden von mehreren tausend Karotten. Ich habe viel für mich selbst gelernt und dies ist vermutlich auch das größte Resultat meines Jahres. In Tansania selbst konnte ich nicht die Welt verändern und mit ein bisschen unterrichten auch nicht das tansanische Bildungssystem. Was ich meinen Schülern aber hoffentlich mitgeben konnte ist ein bisschen Weitblick sowie Spaß und Erfolg am Unterricht wofür ich wieder rum viele glückliche und lachende Gesichter sah. Ich bin gespannt, wie sich Tansania in den nächsten Jahren entwickeln wird und auch was aus meinen Schülern wird, die ich hoffentlich eines Tages mal wieder treffe!

Liebe Grüße,

Lea

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Die Tage sind gezählt – in 11 geht es zurück nach Deutschland

Die letzten Wochen sind mal wieder unglaublich gerast und es ist noch ganz unrealistisch, dass unsere Verabschiedung nun immer näher rückt. Was habe ich in den letzten Wochen so gemacht? Nach Caro‘s Besuch aus Frankfurt kamen zwei Freunde von Lars zu Besuch, Leon und Christian, die für einige Wochen durch Tansania reisen und uns auch bei uns zu Hause besucht haben. Ich habe die beiden allerdings nicht allzu viel gesehen, da ich es endlich noch mal geschafft habe, die Kilobeni ein zweites Mal zu besuchen. Gemeinsam mit einer Familie, deren Kinder auf die Wöhler gehen, habe ich zwei Nächte bei Mr. Swalehe, dem Schulleiter, verbracht. Am zweiten Tag kam auch Birgit und Barbara aus dem Probono Team zusammen mit dem Tansania-Probono-Beauftragten Eliet Senkoro an der Kilobeni vorbei um ihren jährlichen Besuch abzustatten. Es war für mich sehr interessant zu sehen, wie sie die Schule „checken“. Danach machten wir ein kleines Foto Projekt für den Austausch mit der Wöhlerschule und nachmittags spielte das Lehrer Kollegium gegen eine andere Schule Fußball und ich spielte natürlich mit. Bevor ich die Schule wieder verließ hatte ich auch noch mal Zeit dem Unterricht beizusitzen, was sehr interessant war. Die Schule hat relativ schlechte Ergebnisse in ihren Examen, der Unterricht überzeugte mich allerdings, durch große Einbindung der Schüler und sogar Gruppenarbeit. Ich merkte dennoch, dass ein Großteil der Klasse nicht wirklich mit kam. Nach wie vor ist an der Schule einfach eine schöne Stimmung und ein nettes, familiäres Miteinander zwischen Lehrern, Schülern und anderen Angestellten, was man auch als Gast sehr deutlich mitbekommt. Wenn ich nach Tansania zurück kehre werde ich es mit Sicherheit auch einplanen dort einige Tage zu verbringen.

Leider ist vor kurzem außerdem unser Gastopa aus Rombo gestorben. Für unsere Mama war das sehr schwer und wir versuchten ihr zu helfen und sie zu unterstützen. Teil davon war natürlich auch unsere Teilnahme an der Beerdigung, die letzten Freitag beim Haus unseres Opas stattfand. Die ganze Familie war natürlich da und sein einer Sohn, ein katholischer Pfarrer hielt den Beerdigungsgottesdienst. Er lief ein bisschen anders ab als Beerdigungen in Deutschland, war aber dennoch für die Angehörigen sehr traurig.

Am Samstag danach gingen wir alle, also unsere Freiwilligengruppe nach Moshi, da jeder noch etliche Erledigungen zu machen hatte. Sonntags entschied ich mich dann endlich mal der Einladung von Eliet Senkoro und auch seiner Tochter Betty, mit der ich befreundet bin, zu folgen und die Familie in Usa River, nahe Arusha‘s zu besuchen. Es war zu diesem Zeitpunkt noch einiger anderer deutscher Besuch da, aber es war trotzdem sehr nett die Familie noch mal zu sehen.

Ansonsten liefen die Projekte in den letzten Wochen normal und langsam hieß es für uns unseren Schülern unseren Abschied anzukündigen und auch mit den Lehrern kleine Verabschiedungsfeiern zu planen. Mit unseren Klassen werden wir überall noch mal etwas Besonderes machen, picknicken gehen oder einen richtigen Ausflug zum Lake Chala oder nach Marangu machen, wo die Ankündigung schon zu schierer Begeisterung geführt hat.

Am Sonntag haben wir außerdem eine Abschiedsfeier mit all den Menschen, die wir in diesem Jahr kennengelernt haben. Es wird definitiv traurig Tschüss zu sagen, aber hoffentlich eine schöne Feier.

Damit grüße ich euch aus Tansania und mein bis bald ist diesmal wirklich ein bis bald,

Lea

5895 Meter bergauf – Eine Wanderung auf den Kili

Schon bevor ich nach Tansania gereist bin hatte ich mir ja vorgenommen in diesem Jahr den Kilimandscharo zu besteigen. Und trotz meiner Fußverletzung im März hat es nun geklappt:

Am letzten Freitag habe ich mich gemeinsam mit Lisa und Caro ( einer Freundin von uns aus Deutschland, die gerade zu Besuch ist ) auf die sechstägige Wanderung begeben.

Die Vorfreude war groß, doch natürlich hatten wir auch etwas Angst gegen die Höhenkrankheit zu verlieren. Ausgerüstet waren wir auf jeden Fall bestens, mit Müsliriegeln, Daunenjacken und guten Wanderschuhen, daran sollte es also nicht scheitern. Nachdem wir die Tour eine Woche vorher vor Ort organisiert hatten, trafen wir donnerstags bevor es losging unseren Guide William, der uns noch mal briefte und gemeinsam mit uns nach Hause kam, wo er unsere Ausstattung auch noch mal in Augenschein nahm.

Gemeinsam mit ihm und unserem Assistant Guide Benson ging es dann freitags los. Wir wanderten vom Marangu Gate ( 1800m ) hoch zur ersten Hütte, der Mandara Hut ( 2720m ). Diese erste Tageswanderung war sehr entspannt und landschaftlich sehr schön, da es die ganze Zeit durch den Regenwald ging. Als wir an der Hütte angekommen waren bekamen wir wie jeden Tag nach der Ankunft erst Mal Tee und Waschwasser, woraufhin wir dann noch einige Höhenmeter aufgestiegen und wieder runtergestiegen sind um zu akklimatisieren. Abends bekamen wir dann wie immer köstliches Essen von unserem Koch Remi und wurden noch mal wieder daran erinnert viel zu trinken. Die 6-7 Liter pro Tag waren zwar eine Qual, haben aber glaube ich mit Sicherheit mit dazu geführt, dass wir erfolgreich oben angekommen sind.

Am zweiten Tag ging es dann nach unserem Bed Tea, der uns täglich zum Aufwachen gebracht wurde, und dem Frühstück weiter zur nächsten Hütte. Nun durch Moorlandschaft und an diesem Tag ca. 5 Stunden. Die Horombo Hut liegt auf 3720m und dort ist es schon um einiges kälter, was durch den eisigen Wind noch unterstützt wird. Beim Tee trinken lernten wir an diesem Tag eine Holländergruppe kennen und brachten zwei von ihnen Doppelkopf bei, was dazu führte, dass wir in den nächsten Tagen die Abende oder freie Zeit meist mit Karten spielen verbrachten.

Am nächsten Tag hatten wir einen Akklimatitionstag, an dem wir nur aus der Wolkendecke hinauf zu den Zebra Rocks (ca. 4100m ) wanderten von wo man einen wunderbaren Ausblick auf Kibo und Mawenzi hatte.

Am 4. Tag war dann der Tag der Tage gekommen. Wir wanderten zur letzten Hütte, der Kibo Hut hoch ( 4750m ). Von dort ging es dann los zum Gipfelsturm. Nach unserem frühen Abendessen um 17 Uhr sollten wir uns direkt schlafen legen, denn wir wurden um 23 Uhr geweckt. Dann hieß es erst mal alles anziehen, was wir hatten, denn es sollte kalt werden und das bestätigte sich in den nächsten Stunden auch. So wanderten wir um 0:15 Uhr los und kamen nach knapp fünf Stunden steilem aufwärts gehen am Gillman‘s Point ( 5685 m ) an, der quasi schon oben auf der Bergkante ist. Lisa ging es auf dem Weg leider etwas schlecht, aber sie konnte zum Glück noch gut weiter laufen. Bei Caro und mir setzten dann auch Kopfschmerzen ein und besonders die letzten 200 Höhenmeter hinauf zum Uhuru Peak ( 5895 m ), machten mir ein bisschen zu schaffen. Als man aber letztlich das Gipfelschild sah packte einen die Motivation und man lief einfach nur noch schnell darauf zu. Dieser Moment oben angekommen zu sein ( um 6:30 Uhr ) , war unglaublich und man wusste jetzt ist man oben auf dieser Spitze, die man fast täglich sieht und damit auch gleichzeitig am höchsten Punkt Afrikas. Der Abstieg ging dann sehr schnell damit man nicht allzu lange auf der Höhe bleibt und wir kamen gegen kurz vor 9 Uhr wieder an der Kibo Hut an. Nach ein wenig Pause ging es dann auch schon weiter zur Horombo Hut, wo wir unsere letzte Nacht verbringen sollten. Das Hoch darüber, dass wir es geschafft hatten ließ und sehr motiviert herunter laufen.

Und am letzten Tag ging es dann wieder herunter zum Gate, wo wir dann auch schon fast wieder zu Hause waren, denn Marangu liegt schließlich nur eine halbe Stunde von uns entfernt. Als Dankeschön luden wir noch unsere 6 Träger, wovon einer auch Waiter war, den Koch, sowie unsere Guide und unseren Tour Organizer auf etwas zu Trinken ein und ließen die vergangenen Tage dabei noch mal Revue passieren.

Im Großen und Ganzem war die Besteigung ein großer Erfolg, wir hatten ein super Team und viel Spaß. Und auch die anstrengenden Stunden der Aufstiegsnacht, vergisst man schnell, wenn man wieder unten ist und weis, man hat es geschafft!

Grüße vom Fuße des Kili‘s,

Lea

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Ein bisschen Musik…

Ich habe ja schon in meinen Tagesabläufen ab und zu mal darüber berichtet, dass ich des Öfteren auch mal in der Kirche aktiv bin. Es ist immer noch so, dass ich alle zwei bis drei Tage dort Saxophon Unterricht gebe und in Trompete unterrichtet werde.

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Einer meiner Schüler von Anfang an ist Bene, achtzehn Jahre und Schüler. Er hat dieses Jahr sein O-Level an der Mwika Secondary sehr erfolgreich bestanden und fängt nun demnächst Form 5 an. Die Zuordnung für die Govermental Schools wollte ihn nach Mbeya schicken, da ihm das viel zu weit weg ist, hat seine große Schwester nun entschieden ihn finanziell zu unterstützen und für eine günstige Privatschule in Moshi zu zahlen. Dort wird er in den nächsten Tagen anfangen. Bene hat in so kurzer Zeit und trotz meiner Reisen, die zwei große Pausen bildeten unglaublich schnell und gut gelernt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie er inzwischen total saubere Töne einfach drauf los spielt und inzwischen quasi alles langsam vom Blatt lesen kann. Bene hat sich es dafür als Dankeschön zur Aufgabe gemacht mich in Trompete zu unterrichten, ein Instrument, was er neben Posaune und Tuba bestens beherrscht. Gemeinsam mit ihm und seinen Freunden aus dem Dorf habe ich viele Abende in der Kirche die Kirchenlieder gespielt und danach noch einige nette Gespräche geführt, immer auf Kiswahili, da ihr English leider, obwohl einige zur Secondary School gehen, sehr zu wünschen übrig lässt. Abends wurde ich dann immer gewissenhaft von mindestens einem der Jungs nach Hause begleitet, so dass ich ja nicht alleine gehen muss. Und jeden Samstag versuchten sie mich zu überreden sonntags in der Kirche mitzuspielen, was ich inzwischen wirklich auch schon ein paar mal gemacht habe!

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Neben diversen anderen kurzzeitigen Schülern, die dann auf Grund von Arbeit oder sonstigem das Saxophon spielen etwas aus den Augen verloren haben, spielt seit einiger Zeit nun auch noch der Sohn des Pastors Saxophon. Ian ist zwölf Jahre alt und geht in die sechste Klasse einer English Medium Private School in Himo, wo er jeden Tag mit einem Schulbus hinkommt. Abends steht er dann immer schon vor seinem Haus, was direkt gegenüber der Kirche liegt und wartet auf mich. Nun nicht mehr nur um mit mir zu quatschen und dann bei meinem Unterricht zu zu gucken, sondern für seinen eigenen Unterricht. Ian ist unglaublich motiviert und lernt total schnell, da er noch keine Noten kann, ist natürlich auch das Teil meines Unterrichts. Was den Unterricht bei ihm etwas vereinfacht, ist, dass ich, wenn ich die Sachen die ich sagen möchte mal nicht in Kiswahili weis, sie ihm auch einfach in Englisch sagen kann, da er so gut wie flüssig spricht.

Da in der Zeit alle meine Blättchen kaputt gingen und ich die Jungs auch immer auf einem gleichen Blättchen habe spielen lassen bis es kaputt ging, kam mir vor Kurzem die Idee, das Musikhaus am Dornbusch ( Eschersheimer Landstraße 278, 60320 Frankfurt ) nach einer Spende zu fragen. Hiermit möchte ich mich noch mal herzlich dafür bedanken! Jeder hat nun sein eigenes Blättchen und die Kaputten müssen endlich nicht mehr benutzt werden, sondern liegen jetzt im Müll.

Was nun noch offen bleibt ist was passiert, wenn ich weg bin. Leider spielt keiner meiner Nachfreiwilligen Saxophon. Bene kann inzwischen gut genug, dass er weiter unterrichten könnte, wird aber nun auf eine Boarding School gehen. Ich bin momentan noch am überlegen, ob ich mein Saxophon der Kirche überlassen soll und müsste mir dann in Deutschland ein neues anschaffen oder ob dieses schöne Projekt nun einfach bald enden muss.

Liebe Grüße,

Lea

P.S. Vor einigen Tagen habe ich in meinem Email Postfach mal wieder einen neuen Spendenstand gefunden, der mich daran erinnert hat, dass mir noch etwas mehr als 600 € fehlen um die angepeilten 3000€ Spenden erreicht zu haben. Darum möchte ich euch gerne noch mal dazu aufzurufen zu spenden, alle weiteren Infos dazu findet ihr oben in der Menüleiste unter der Rubrik Spenden. Ich freue mich sehr, wenn jemand mich und mein Projekt noch unterstützen möchte.

Falls ihr noch Interesse an bestimmten Themen über meine Zeit hier oder Fragen über meine Arbeit oder meine Leben hier habt, fragt gerne nach. Ich freue mich über neue Anregungen für meinen Blog, auch wenn er ja bald schon zu Ende geht!

Ferienprogramm auf tansanisch!

Schon vor unser großen Reise hatten wir in einigen unserer Schulen Termine genannt, an denen wir uns mit unseren Klassen in der jeweiligen Schule treffen wollten, um auch in den Ferien ein bisschen etwas zu machen. Wir waren uns nicht sicher, ob unsere elf bis dreizehn-jährigen Schüler sich die Termine tatsächlich mehr als einen Monat merken konnten und waren so gespannt, als wir das erste Mal zu unserem Ferienprojekt kamen. Pünktlich waren die meisten zwar nicht, aber nach jeweils einer halben Stunde warten waren wir oft komplett und es fehlte teilweise tatsächlich nur ein Schüler, manchmal natürlich auch einige mehr…dennoch hatten wir sehr viel Spaß! Hier ein paar Eindrücke:

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Unser English Club aus Kondiki hat sich schon lange Mal gewünscht mit uns zu basteln oder Sport zu machen, wofür im normalen Englischunterricht für gewöhnlich nicht wirklich Zeit bleibt und so haben wir uns für ein besonderes Projekt entschieden. Jedes Kind soll sein eigenes Fotobuch gestalten und darf mit unseren Einwegkameras sechs Fotos machen ( That‘s me, My family, My house, My friends, My favourite place, My hobbies ), die wir dann in die kleinen Büchlein einkleben. Unsere zwanzig Kids haben sich alle größte Mühe bei der Gestaltung gegeben und hatten viel Spaß dabei, als wir immer in fünfer Gruppen losgezogen sind um die Fotos zu machen. Für Lars und mich war es dabei sehr interessant, die Häuser und Familien unserer Schüler zu sehen. Manche wohnten in ziemlich großen Steinhäusern, einige in kleinen Lehmhütten, manche mit den Eltern, andere mit Großeltern oder anderen Verwandten. Und erstaunt hat uns das Zuhause unserer besten Schülerin, zwar eine kleine Hütte aber sehr, sehr nette Eltern, die sich scheinbar darum kümmern, dass ihre Tochter lernt auch wenn sie ihr mit ihrem eigenen Wissen vermutlich nicht helfen können.

Nach unserem Mittagessen sprangen wir noch ein wenig Seil und spielten dann zum Abschluss im leichten Nieselregen noch eine Weile Fußball.

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Unser Großprojekt für diese Ferien war es einen richtigen Fußballplatz, mit festen Toren an der Makerere Primary aufzubauen. Dafür wollten wir uns zunächst einen Tag mit sechs ernannten Schülern aus unserer Klasse treffen, mit denen wir gemeinsam den Platz ausmaßen, Eckfähnchen bastelten, und die Tore einbetonierten. Dabei halfen uns außerdem zwei Bauarbeiter und einige Jungs unserer und der siebten Klasse, die in der Nähe wohnten kamen herbeigelaufen und wollten ebenfalls mithelfen und schauten gespannt zu, was gemacht wurde. Als Abschluss für den Platz sind wir momentan noch mit dem kurz Schneiden des Rasens bemüht. Er ist so hoch, dass wir ihn erst mal mit Slashern oder Macheten etwas kürzen müssen und danach können wir dann glücklicherweise mit dem neuen Rasenmäher der Kiumako drüber gehen um ihn wirklich kurz zu bekommen. Ich weis nicht, wie oft sich die Schüler der Makerere in letzter Woche bei mir für die tollen Toren und den guten Platz bedankt haben und wie glücklich sie jedes Mal sind, wenn wir Fußball spielen und jemand gegen den nun vorhandenen Pfosten schießt.

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Mit den Kirimeni Schülern trafen wir uns in den Ferien für eine Spiele und Sport Nachmittag und machten so erst ca. eineinhalb Stunden Spiele wie „Feuer, Wasser, Blitz“, „Katze und Maus“ und sprangen Seil. Später spielten wir dann, da bei wirklich allen Schülern furchtbar beliebt, Fußball und ließen so unsere drei Stunden Auspowerzeit ausklingen.

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Um unseren Platz an der Makerere einzuweihen veranstalteten wir wenige Tage nach der Erstellung ein kleines Fußballturnier. Schon beim unserem großen Sport Turnier im März verstanden sich die Uuwo und Makerere Kinder sehr gut und fragten seit dem stets nach den anderen, da sie sich sonst für gewöhnlich auf Grund der Entfernung der Orte nie sehen und vor März auch eigentlich nicht kannten. So machten wir uns also von Uuwo aus auf unsere einstündige Wanderung und trafen an der Makerere schon alle unsere wartenden Schüler. Mit dabei waren außer mir Hanna, unsere momentane sechswöchige Elimu-Praktikantin und Phillippe, den wir auf unserer Reise in Zimbabwe getroffen und ihn zu uns eingeladen haben. Er fährt gerade mit dem Fahrrad von Südafrika nach Uganda, wo er in ein paar Wochen abfliegt. Lars war leider die ganze Woche krank und konnte daher an etlichen Ferienaktivitäten nicht teilnehmen, es war schade und ich merkte während diesen Tagen mal wieder, wie gut wir zusammen arbeiten und das es komisch war, die Wege und den Unterricht ohne ihn zu machen.

Aber zurück zum Turnier. Anstatt die Schulen wieder gegeneinander spielen zu lassen entschieden wir uns diesmal dazu gemischte Teams zu machen, was bei den Kids sehr gut ankam. Die Spiele waren teilweise sehr knapp und wir mussten die Anzahl der Elfmeterschüsse, bis zu einem endgültigen Ergebnis immer wieder verlängern. Am Nachmittag kraxelten wir mit den Uuwo Schülern wieder den Berg hoch bis nach Hause und erzählten uns noch Geschichten von den Spielen und dem erfolgreichen Tag.

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Nun wollten auch unsere Makerere Kinder einmal nach Uuwo, vor allem um zu sehen, wie wir wohnen. Wir entschieden uns das damit zu kombinieren, das unsere Schüler einen Vortrag über das Baumprojekt der Kiumako bekamen und so ein bisschen etwas von älteren Schülern über das Pflanzen von Bäumen und die richtige Versorgung, sowie Wasser und Wasserverschmutzung gehört haben. Daraufhin sollen nun auch an der Makerere einige neue Bäume mit dem neuen Wissen unserer Schüler zur Aufforstung gepflanzt werden!

Nun sind die Ferien auch schon wieder vorbei und ab morgen werden unsere normalen Projekten wieder weiterlaufen, ich freue mich auf die verbleibenden, leider nur noch wenigen Wochen!

Eure Lea

40 Tage waren wir unterwegs: Mit dem Rucksack auf dem Rücken durch 6 Länder!

Aber wo fange ich an von meinen Erlebnissen zu berichten? Am besten chronologisch:

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Uuwo – Dar es Salaam, Tansania – Kampiri Mposhi – Lusaka, Zambia

Der erste Teil unserer Reise war unser Zwischenseminar. Es begann in Dar es Salaam, wo wir unseren Mentor Marcus, der gemeinsam mit Anne ( sie will ihre Masterarbeit über Mikrokredite für Frauen in Tansania schreiben ) angereist ist, empfangen haben. Nach einem Ausflug nach Bagamoyo, einer nahe Dar gelegenen Kleinstadt, die zu Zeiten des Kolonialismus von den Deutschen besetzt war und daher ein sehr interessantes Museum zu bieten hatte, haben wir an einem Tag unseren kleinen Bruder Kelivini, der seit Dezember in Dar eine Boarding School besucht, besucht.

Danach ging es auch schon mit der Tazara-Bahn, einer von Chinesen gebauten Zuglinie aus 1976 nach Kampiri Mposhi in Zambia. Die Fahrt dauerte 48 Stunden und war das Highlight unseres Seminars. Zum einen hatten wir viel Zeit uns zu unterhalten, unsere Gastmutter und unser Gastvater waren auch noch mit dabei, und zum anderen blieb Zeit um aus dem Fenster zu schauen, die wunderschöne Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen und dabei über das Leben zu philosophieren.

Von Kampiri Mposhi aus machten wir uns dann direkt weiter auf den Weg nach Lusaka, wo wir vier Tage bleiben wollten und quasi der Hauptteil unseres Seminars stattfand. Wir lernten die Stadt kennen, besuchten das Nationalmuseum, die Märkte und versuchten ein bisschen in das Stadtleben einzutauchen, in dem wir einige Basketball Erstliga Spiele Zambia‘s anschauten.

Livingstone, Zambia – Victoria Falls, Zimbabwe

Die Victoria Falls, eines der sieben Natur-Weltwunder durften wir natürlich auf unserer Reise nicht auslassen. Es gibt zwei Zugänge, einmal von der Zambia Seite in Livingstone und einmal aus Victoria Falls, Zimbabwe. Wir entschieden uns dazu jeweils einen Tag auf jeder Seite zu verbringen und hausten derweil in beiden Städten in netten Backpackers, wo wir viele andere Reisende kennenlernten.

Am ersten Tag waren wir von den Falls völlig beeindruckt, oft wird man ja bei großen Erwartungen eher enttäuscht, aber dem war nicht so. Nach dem ein Affe Kerrin‘s Wertsachen geklaut hatte, wir sie aber zum Glück wieder zurück bekamen genossen wir den Tag und unsere Dusche von den Falls sehr. Als wir den Park wieder verlassen hatten stand für Luca und mich noch das Highlight an: Wir wollten zusammen von der Brücke einen Bridge Swing machen, so etwas ähnliches wie Bungee Jumping. Und die hohen Kosten haben sich definitiv gelohnt. Der Adrenalinkick war unglaublich und als wir da so über dem Wasser hin und her baumelten inmitten von Regenbogen, war die Begeisterung nicht mehr zu toppen.

Am Tag darauf entschieden sich Lisa und Lars auch noch eine besondere Aktivität zu machen und gingen raften, also besuchten nur wir anderen drei die Falls von der Zimbabwe Seite aus und es hat sich mehr als gelohnt, da die Sicht hier noch mal um einiges atemberaubender war. Ein Vorteil war definitiv auch, dass wir im Winter da waren, da wir so nicht nur kleine Bächlein sondern Wassermassen die Klippen runterstürzen sahen.

Bulawayo – Matopo, Zimbabwe

In Bulawayo entschieden wir uns zum ersten Mal auf dieser Reise anstatt für ein Guest House, Hostel oder Backpackers für Couchsurfen. Unser Host in der zweit größten Stadt Zimbabwe‘s hieß Thembi und wohne mit seinem siebzehnjährigen Sohn Tinasha kurz vor der Innenstadt. Thembi empfing uns sehr herzlich und gab uns einige Tipps, was es in Bulawayo zu sehen gab. Bei ihm zu Hause genossen wir abends und morgens immer das Lagerfeuer und zur Krönung unserer Zeit machten wir einen Camping Ausflug in der nähe Matopos. Gingen zu den Khamin Ruinen und begutachteten Felsmalerien. Thembi konnte uns, da er von Beruf Guide ist, wirklich sehr, sehr gut herumführen und wir erfuhren eine Menge.

Als wir am letzten Tag sein kleines Haus, wo wir zu fünft in einem Doppelbett und einer Isomatte auf dem Boden geschlafen hatten verließen, hatten wir das Gefühl Zimbabwe ein bisschen besser kennen gelernt zu haben. Wir bekamen einfach viele Insides durch diverse Diskussionen mit Thembi, die uns sonst unerschlossen geblieben wären. Aber wie er sagte „Better never talk with a Zimbabwien person about zimbabwien politics!“, Mugabe ist überall ein schlechtes Stichwort und wohl größtes Problem in diesem Land.

Bana ba Metsi, Botswana 

Die Hälfte unserer Reise erreichten wir in Botswana, wo wir zwei unserer Mitfreiwilligen von JiA in ihrem Projekt besuchen wollten. Justus und Paul wohnen in Bana ba Metsi, einer Jungen-Grundschule für 50 schwer erziehbare oder in Regelschulen gescheiterten Kindern, oft aus schwierigen Verhältnissen. Die Schule wird von einer NGO betrieben, aber dennoch als Modelschule ziemlich gut von der Regierung unterstützt. Peter, der Schulleiter, ursprünglich aus Amerika aber inzwischen schon Botswaner, erlaubte uns das Poolhaus, ein Haus direkt neben dem kleinen Pool, als Gästehaus zu verwenden und so bekamen wir dort 5 Betten hineingestellt und jeder hatte mal wieder sein eigenen Platz. Tagsüber entspannten wir viel in dem traumhaften Safari-Zelt auf Stelzen in dem Justus und Paul wohnen oder halfen den beiden bei ihrem Unterricht mit. Nachmittags assistierten wir beim Feuerholz sammeln und machten bei Paul‘s Volleyballtraining, von seiner Professionalität können wir uns auch noch mal eine Scheibe abschneiden, mit.

Die Abende verbrachten wir dann alle gemütlich zusammen und hatten viel zu erzählen. Gemeinsam mit den 2 Engländer von Project Trust, die dort auch Freiwillige sind, schauten wir den Sonnenuntergang direkt beim Delta an und kochten zusammen.

Es war schade die beiden nach 5 Tagen schon wieder zu verlassen und wir freuen uns nun umso mehr uns alle wieder beim Nachbereitungsseminar in Kiel zu sehen.

Swakopmund – Okahandja – Sussusvlei – Windhoek, Namibia 

Von Botswana aus starteten wir unsere größte Tramping Tour, wir legten an einem Tag über 1000km zurück und konnten selbst nicht glauben, dass wir so gut voran kamen. Mehrere Stunden auf dem Pickup waren zwar nicht nur entspannt, aber es auf jeden Fall wert. Unsere ersten Tage in Namibia verbrachten wir dann in Swakopmund, eine kleine Stadt direkt am Atlantik. Was uns erst mal etwas verwirrte war die Anzahl der Deutschen die hier wohnten, das Schwarzbrot und die Schnitzel im Supermarkt. Außerdem gab es ein Restaurant namens Brauhaus, in dem es leckere Käsespätzle gab. Ansonsten hatte Swakop leider außer einem kleinen Museum nicht so viel interessantes zu bieten und erschien uns vor allem als eine alte Leute- und Touristadt. Weiter ging es für eine Nacht nach Okahandja wo wir couchsurften und mit unserem Host Atman dann auch auf Wüstentour fuhren. Lisa und ich hatten eine Menge Spaß in den Dünen und dem Canon von Sesriem, auch wenn wir uns zwischendrin einmal verfahren haben und ich leider noch ein bisschen krank wurde. Die anderen sind derweil schon weitergereist und wir planten uns wieder im Bus nach Cape Town zu treffen. Mit Atman gingen wir außerdem fischen und schauten bei dem Rugby Spiel zu, wo er Schiedsrichter war. Durch ihn lernten wir Namibia und die Kultur, so wie die Denkensweise der dort lebenden Weißen noch einmal besser kennen. An unserem letzten Tag fuhr er uns sogar nach Windhoek, von wo wir dann den Bus nach Südafrika nehmen wollten. Ein Tag blieb noch um Windhoek, die Haupstadt Namibias zu erkunden und mit der Walking Tour aus dem Reiseführer bekamen wir einen guten Einblick bevor die Reise am Nachmittag auch schon weiter ging.

Kapstadt, Südafrika 

Als wir mittags in Kapstadt ankam hatten wir erstmal noch keinen Plan, wo wir eigentlich übernachten wollten. Wir hatten ein paar Leute über couchsurfing angeschrieben, aber noch nichts festes. So riefen wir Callum einfach mal an und er meinte wir sollen einfach direkt bei ihm vorbei kommen. In seiner WG, einer richtig schönen Dachgeschoss Wohnung mit cooler Terrasse angekommen, machten wir es uns gemütlich. Und bekochten unseren Gastgeber dann, wie überall am ersten Abend, erst mal . Mit noch einigen Freunden von Callum saßen wir gemütlich ums Feuer und genossen den Abend. Nach 2 Nächten auf der Sofalandschaft in der WG hatten wir großes Glück, Callums Eltern fuhren übers Wochenende weg und so zogen wir alle bei seinen Eltern ins Haus ein. Tagsüber waren wir meist eigenständig unterwegs, klapperten das Touri-Programm ab, wie Robben Island, den Tafelberg, das District Six Museum und noch etliche andere Sehenswürdigkeiten, die wir mit dem Hop On Hop Off Bus abfuhren. Bisher hatte ich mich über diese Busse immer lustig gemacht, aber da uns die Fahrt von diversen Leuten empfohlen wurde, versuchten wir es auch und waren ebenfalls sehr überzeugt. Jody, ein Mitbewohner Callums machte mit uns an einem Tag einen Ausflug an die Küste, an Orte, zu denen wir ohne Auto niemals hingekommen wären, die aber wunderschön sind und zur Vielfältigkeit Kapstadts enorm beitragen. Die Abende verbrachten wir immer gemtülich zusammen und lernten durch Callums WG und Freunde viele Cape Towner kennen und dadurch wiederum die Stadt. Mit ihrem Großstadt Feeling, fühlte ich mich direkt ein bisschen heimisch, aber in einer solch relaxten Großstadt, mit Meer und Bergen in unmittelbarer Umgebung war ich trotzdem noch nie – lebenswert erscheint sie mir auf jeden Fall und sie ist definitiv einen weiteren Besuch wert.

Kapstadt –> Uuwo 

Kapstadt als Großstadt, wie London oder Paris, hat uns damit um es völlig überspitzt zu sagen zurück in den „zivilisierte, westliche Welt“ katapultiert und uns dabei auch wieder die Lust auf Tansania gesteigert. Im Taxi in Dar angekommen, hupend und in einem enormen Tempo durch die vollgequetschten Straßen rasend, wurde uns noch einmal klar, wie sehr wir unser zu Hause doch vermisst haben. Und das es Zuhause doch immer am schönsten ist, zeigte sich, als wir unsere mama im Arm hatten.

Die Reise hat uns aber dennoch noch mal viel Lernen lassen, über uns selbst, unsere Gruppe, über das Reisen, über das südliche Afrika und über Tansania. Man kann ein Land erst komplett richtig einschätzen und einordnen, wenn man es einmal bereist hat und danach andere Orte sieht und quasi noch mal von außen kennen zu lernen.

Und wie schon im Dezember wurde meine Reiselust erneut geweckt und nun vermisse ich schon wieder das Gefühl mit dem Rucksack auf dem Rücken durch die Gegen zu trampen und dabei wie z.B. durch Couchsurfing nette und interessante Leute kennenzulernen.

Doch mein nächster Trip wird mich vermutlich erst mal wieder zurück nach Deutschland bringen, bis dahin

Lea